Was für ein nervenaufreibender Final der Gewehr-Juniorinnen: Ausnahmetalent Emely Jäggi lieferte einen hochspannenden Wettkampf und lieferte sich ein heisses Kopf an Kopf Rennen mit der Deutschen Theresa Luise Schnell. Im Publikum jubelte Vivien Jäggi ihrer kleinen Schwester begeistert zu. Auch Teamkollegin Alexia Tela stockte der Atem. Beide blieben in der Qualifikation hängen.
Knapp an Gold vorbei
Am Ende waren es gerade mal 0.2 Punkte, die Emely Jäggi von der Goldmedaille trennten. «Das heisst, dass Theresa Luise Schnell insgesamt einen halben Millimeter genauer schoss, als Emely», erklärt Sportwissenschaftler Dino Tartaruga.
Darüber macht sich die Silbermedaillengewinnerin aber gar keine Gedanken: «Ich freue mich riesig», sagt Emely Jäggi freudestrahlend. «Wenn ich diese Medaille anschaue weiss ich, dass ich mega lange darauf hingearbeitet und mega gekämpft habe. Es gab viele Tränen», gibt die junge Athletin zu. «Dass es jetzt so läuft und ich eine Medaille gewonnen habe mit dem Luftgewehr – was nicht so meine Disziplin ist – freut es mich umso mehr. Auch dem Team, welches mich während dem Final so unterstützt hat, bin ich sehr dankbar. Es motiviert, wenn man sie jubeln hört.»
«Harte Lektionen gelernt»
Damit bleibt die Silbermedaille «in der Familie». Letztes Jahr kürte sich die Tessinerin Alexia Tela im selben Wettkampf zur Vize-Junioren-Europameisterin.
Weiter waren die Bündnerin Martina Herrli (625.2), die Solothurnerin Vivien Jäggi (623.1), die Neuenburgerin Ekaterina Chenikova (621.7), die Tessinerin Alexia Tela (621.5) und die Solothurnerin Luena Romancuk (619.6) für die Schweiz am Start.
«Wenn wir die Qualifikation als Ganzes betrachten, konnten die Juniorinnen heute nicht ihr ganzes Potenzial zeigen», bilanziert Annik Marguet, Leiterin der Nachwuchsförderung. «Einige von ihnen lernten harte Lektionen und können das für die kommenden Wettkämpfe mitnehmen, während andere ihre Erfahrungen auf dem internationalen Parkett erweitern konnten. Dennoch dürfen wir nicht schwarzmalen und können den heutigen Tag mit der Silbermedaille von Emely feiernd abschliessen.»
Hier geht es zu Emely Jäggis Final.
Gewehr 10m Junioren
Die Leistungen der Gewehr-Junioren waren nicht weniger beindruckend. So erreichte der Franzose Romain Aufrere in der Qualifikation sagenhafte 632.2 Punkte. Damit erzielte der Junior nicht nur ein elitewürdiges Ergebnis, sondern auch den Junioren-Europarekord in einer Qualifikation.
Dorian Saillen (615.2) fehlten für den Finaleinzug rund 11 Ringe. «Dorian startete sein EM-Debüt unter erschwerten Bedingungen», erklärt Annik Marguet, Leiterin der Abteilung Nachwuchsförderung. Der 17-jährige Walliser musste sich die Schiessjacke von Kollegin Martina Herrli ausleihen, weil es seine eigene nicht durch die Kleiderkontrolle schaffte.
«Nichtsdestotrotz hat er seine bestmögliche Arbeit abgeliefert und ging vorbildlich mit der Situation um», so Marguet. (rge)
Montag, 3. März 2025
Internationale Wettkampfluft schnuppern
Mit dem Mixed Team-Wettkampf eröffneten die Gewehr-Junioren am Montag die Druckluft-Europameisterschaft in Osijek (CRO) für die Schweizer Delegation.
Harziger EM-Auftakt der Juniorinnen und Junioren. Im Mixed Team-Wettkampf erzielte das Gewehr-Duo Alexia Tela und Dorian Saillen 617.4 Punkte und klassierte sich damit im letzten Drittel der Rangliste. Für den 17-jährigen Saillen war es das EM-Debüt. Der Walliser musste kurzfristig umdisponieren, sagt Annik Marguet, Leiterin der Abteilung Nachwuchsförderung: «Er müsste mit der Jacke einer Juniorin schiessen, da seine Jacke nicht durch die Kontrolle gekommen ist. Obwohl er gekämpft hatte, fehlten die hohen 10er-Werte. Dann kosteten ihn einige Fehler noch Punkte.»
Auch die Tessinerin Alexia Tela, die an der letzten EM bereits erste Erfahrungen sammeln konnte, hatte Startschwierigkeiten. «Alexia fand ihre Stellung nicht wie sie gerne hätte und auch bei ihr fehlten die hohen 10er», fügt Marguet hinzu. Entsprechend enttäuscht war das Duo nach dem Wettkampf.
Für den Bronzemedaillenmatch wären mindestens 626.3 Ringe nötig gewesen.
Pistole 10m Junioren
Lange Gesichter auch bei den Pistolen-Junioren. Im Einzel-Wettkampf über 10m.
Jacopo Imerico (559- 9x), Theodor Reimann (552- 9x) und Jannis Bader (548-11x) belegten die hinteren Ränge. «Jacopo fand anfänglich nicht seinen Rhythmus und konnte dadurch nicht so schiessen, wie er es sich gewohnt ist», analysiert Annik Marguet. Theodor Reimann mass sich zum ersten Mal an einer EM. «Theodor fand für eine Weile gut in den Wettkampf und konnte seine Fähigkeiten zeigen. Gegen Ende wurde es schwieriger für ihn», so die Leiterin der Nachwuchsförderung weiter. Jannis Bader war das Schlusslicht des Pistolen-Teams. Möglicherweise ist der 20-jährige Zürcher noch etwas geschwächt. Kurz vor der EM kämpfe er gegen eine Lungenentzündung. «Jannis fand nach einem schwierigen Anfang in den Wettkampf, verlor jedoch nach 15 Schuss wieder den Fokus und konnte trotz kämpfen nicht mehr dort andocken» bedauert Annik Marguet.
Morgen Dienstag messen sich die Gewehr-Juniorinnen und -Junioren in den Einzelwettkämpfen. Annik Marguet ist zuversichtlich: «Sie sind auf einem guten Weg.» (rge)